Pressemitteilung: Coaching in stressigen Zeiten - coaching.kirinus.de

Teams erfolgreich aus der Stressspirale führen

In stressigen Zeiten bewegt sich ein Team schnell in einem Teufelskreis aus hohen Erwartungen und niedrigen Ressourcen. Warum gerade dann ein guter Zeitpunkt ist, Team und Führungskräfte durch externes Coaching zu entlasten, erläutert Dr. Friederike Schriner. Sie ist Psychologische Psychotherapeutin und Head of Coaching bei KIRINUS Coaching. 

„Das Projektende verzögert sich, ständig tauchen neue unerwartete Probleme auf und dann passieren unter Druck auch noch viele kleine Fehler, die in Summe den Unternehmenserfolg gefährden. Ausgerechnet jetzt soll ich auch noch Zeit und Energie in Coaching-Sitzungen investieren? Nein, wir müssen erst das Projekt beenden. Alles andere ist ein Thema für ruhigere Zeiten.” 

So oder so ähnlich argumentieren Führungskräfte oft, wenn wir mit ihnen über den Einsatz von Coaching-Angeboten in ihrem Unternehmen sprechen. Diese Denkweise führt leider häufig dazu, dass sich die Abwärtsspirale nur noch schneller dreht. Denn in Stresssituationen zeigen sich zentrale Probleme und Konflikte besonders deutlich. Techniken aus dem mentalen Coaching können gerade in solchen Momenten ihre Wirkungen kurz- und langfristig entfalten. Meine Erfahrung ist, dass sich gerade in stressigen Phasen Coaching-Maßnahmen für Unternehmen auszahlen.

3 Gründe warum sich die Investition lohnt 

1. Abbau von akutem Stress steigert die Produktivität

Die wirtschaftlichen Folgen von Stress werden in Zahlen deutlich: Man geht davon aus, dass bis zu 20% an Produktivität durch Stressbelastung verloren geht. Das bedeutet aber auch, dass es bis zu 20% ungenutztes Potenzial gibt, welches sich mit den richtigen Maßnahmen entfalten lässt. Denn Entspannung gibt Ressourcen frei, die für kreative Lösungen und konstruktive Zusammenarbeit genutzt werden können. Solange ein Mensch unter Anspannung steht, investiert er viel mehr Energie in das Aufrechterhalten des Zustands als in zukunftsgerichtete Aktivitäten. Einen ganz wesentlichen Einfluss sowohl auf die Mitarbeiterzufriedenheit als auch die Unternehmensproduktivität hat die Resilienz. 

Resilienz bedeutet, auch gegenüber widrigen Umständen gelassen bleiben zu können. Es ist daher naheliegend, dass eine ausgeprägte Widerstandsfähigkeit hilft, mit Stress umzugehen, angespannte Situationen besser zu meistern und sich dadurch weniger belastet zu fühlen.  

Ein externer Coach kann helfen, akute Probleme, aber auch tiefer liegende Themen zu identifizieren und Strategien zum Resilienz-Aufbau zu vermitteln. Dafür setzt sich jeder Beteiligte mit seinen eigenen Bedürfnissen auseinander, kann die eigene Rolle reflektieren und wertschätzende Kommunikations- und Verhaltensweisen entwickeln. Von Führungskräften strahlen die Effekte zudem in das ganze Team hinein.

2. Gesunde Führung nimmt Druck von den Mitarbeitern

Studien haben gezeigt, dass die soziale Unterstützung durch die nächsthöhere Ebene die Arbeitszufriedenheit erhöht. Mitarbeiter, die von ihren Vorgesetzten unterstützt werden, sind resistenter gegen Stress und weniger von ihrer Stimmung beeinflusst.

Gesunde Führung bedeutet, Druck von den Mitarbeitern zu nehmen. Dies erreicht eine Führungskraft, indem sie sich selbst zum Vorbild macht: Arbeiten Sie an Ihrer Selbstwirksamkeit und holen Sie sich Feedback aus dem Team. Dies kann man zum Beispiel über regelmäßige Termine bewerkstelligen. In diesen Meetings kann ein Austausch über den aktuellen Arbeitsstand, jeweilige Erwartungen und Hindernisse stattfinden. So können gemeinsam Überlastungen und Engpässe identifiziert und Lösungen gefunden werden. Zudem zeigen Sie dem Team, dass Sie die Arbeit und deren Meinungen wertschätzen. Dieser Ausdruck von ehrlicher Wertschätzung wirkt wie ein zweites Gehalt: Es motiviert und gibt Sicherheit.

3. Transparentes Erwartungsmanagement führt zu besseren Ergebnissen

Der Erfolg eines Projektes hängt auch von einer klaren Kommunikation über Ziele und Erwartungen ab. Nur wenn diese eindeutig definiert und miteinander geteilt werden, wissen alle Beteiligten, was von ihnen selbst erwartet wird, aber auch was sie von Kollegen und Vorgesetzten erwarten können. Damit das gelingt, ist es wichtig, dass der Einzelne seine eigenen Bedürfnisse kennt, wahrnimmt und kommuniziert. 

Hilfreich sind neben einer inneren Haltung aus Wertschätzung und mitfühlendem Miteinander auch konkrete Kommunikationsstrategien zum Aufbau einer offenen Gesprächskultur sowie Offenheit, auch unbequeme Zustände anzuerkennen. All das sind Fähigkeiten, die durch ein Coaching erlernt und ausgebaut werden können. Im Resultat können so Konflikte rechtzeitig identifiziert werden, die andernfalls einen reibungslosen Ablauf des Projektes behindern, und Lösungen gefunden werden. 

Führungskräfte haben hierdurch auch die Chance, besser auf die Bedürfnisse der Teammitglieder einzugehen und können auf dieser Grundlage den Einzelnen effektiver motivieren. Wer klar mit seinen Mitarbeitern über Erwartungen und Anliegen spricht, kann zudem die verschiedenen Aufgaben stärkebasiert verteilen. Solch eine Zuteilung kann entscheidend  zum Projekterfolg und der Mitarbeiterzufriedenheit beitragen, denn wer Aufgaben erhält, die zu den eigenen Fähigkeiten passen, arbeitet motivierter und ist tendenziell weniger gestresst als jemand, dessen Arbeitsauftrag nicht den eigenen Stärken entspricht.

Stress-Signale erkennen und auflösen

Stress bleibt häufig lange verborgen. Die Betroffenen leiden alleine und trauen sich oft nicht, über ihre Sorgen zu sprechen. Wenn Sie Anzeichen für eine erhöhte mentale Belastung bei Ihren Mitarbeitern erkennen und frühzeitig gemeinsam angehen, können Sie gestärkt als Team aus der Stress-Phase hervorgehen.

1. Erhöhter Krankenstand und hohe Fluktuation

Psychische Belastungen liegen auf Platz 2 als Ursache für den Krankenstand in Unternehmen. Eine hohe mentale Belastung hat oftmals auch Auswirkungen auf unsere körperliche Gesundheit. So kann Stress zu Kopfschmerzen, Schlafproblemen, Herz-Kreislauf-Störungen oder auch Magen-Darm-Erkrankungen führen. Diese Beschwerden haben dann meist keine körperliche Ursache sondern gelten als psychosomatische Erkrankungen und führen in stressigen Projektphasen häufig zu vermehrten Mitarbeiterausfällen. Durch kontinuierliches Stressmanagement werden die Mitarbeiter unterstützt, so dass Warnzeichen frühzeitig erkannt werden und gesundheitliche Folgen vermieden werden können. Auch eine erhöhte Fluktuation kann Folge von Stress-Erleben sein. In hektischen Zeiten formt sich der Wunsch nach der Kündigung − wird dieser nicht rechtzeitig wahrgenommen, verliert das Unternehmen wertvolle Mitarbeiter. Durch Coaching-Arbeit mit Mitarbeitern und Führungskräften kann die Zufriedenheit gesteigert und Fluktuationen gesenkt werden. 

2. Engpässe in Projekten

Immer wiederkehrender Ressourcenmangel in Projekten führt ebenfalls zu einer erhöhten Stressbelastung, da die Teammitglieder sich doppelt anstrengen, um trotz Kapazitäten-Engpass das Projektergebnis zu erreichen. Doch die Belastung fordert ihren Preis, der sich in Fehleranfälligkeit, Konflikten und Unzufriedenheit ausdrückt. Daher sollten Sie beim Identifizieren solcher Engpässe sofort handeln und Ihr Team mit ausreichend Ressourcen ausstatten − entweder durch weitere Mitarbeiter oder durch Unterstützung der eigenen mentalen Ressourcen, damit sie die stressige Zeit ruhig und gelassen angehen können. Natürlich ist das nicht immer mit sofortiger Wirkung möglich. Häufig hilft es aber schon, dem Team beispielsweise freie Tage oder verkürzte Arbeitszeiten zum Ausgleich in Aussicht zu stellen. Sinnvoll ist auch eine klare Kommunikation darüber, dass Sie die belastende Situation anerkennen, diese aber keinen Dauerzustand darstellen soll und Lösungen für die kommende Zeit bereits geplant sind. 

3. Verdeckte oder offene Konflikte im Team 

Führungskräfte haben eine Sonderrolle im Team. Viele Konflikte werden erst an sie herangetragen, wenn sie nicht mehr innerhalb des Teams geklärt werden können. Da die Teammitglieder alle mit ihren eigenen Aufgaben und Sorgen beschäftigt sind, haben sie weniger Energie für konstruktive Kommunikation und nehmen sich auch eigentlich harmlose Bemerkungen oder Verhaltensweisen anderer viel mehr zu Herzen. Als Führungsperson brauchen Sie daher feine Antennen: Sind Ihre Mitarbeiter unzufrieden? Gibt es Diskussionen oder sogar Streit in Meetings? Gehen sich Teammitglieder aus dem Weg? Werden projektbezogene Herausforderungen auf einer persönliche Ebene diskutiert? 

All diese Signale treten vor allem in hektischen Zeiten verstärkt auf und stellen eine erhöhte Stress-Quelle dar, die den Arbeitsalltag belasten und Projekte gefährden. Wenn Sie aufmerksam und achtsam für sich und Ihr Team sind, können Sie diese Kommunikationshindernisse überwinden und damit Ihr Team stärken. 

Der beste Zeitpunkt für Coaching

Intensive Leistungsphasen, Umbrüche und auch Zeiten starken Wachstums gehen mit erhöhtem Druck einher. Gerade in diesen Phasen brauchen Mitarbeiter und Führungskräfte Unterstützung, damit sie mit ihrem Stress gut umgehen können. Statt auf neue Tools oder optimierte Prozesse zu setzen, sollte in die wichtigste Ressource investiert werden: Den Menschen. Denn nur zufriedene Mitarbeiter sind produktive Kollegen. Und begleiten das Unternehmen durch die ruhigen und die aufregenden Zeiten.