Plötzliche Trennung

Verlassen? 12 Tipps, um mit einer plötzlichen Trennung umzugehen

Gestern war die Beziehung noch mehr oder weniger in Ordnung, und heute ist der*die Partner*in plötzlich weg. Wer eine Trennung erlebt, steht erst einmal unter Schock. Wie konnte es so weit kommen? Und wie kommt man damit zurecht? Wir geben dir 12 Tipps, um mit einer plötzlichen Trennung umzugehen.

1. Akzeptiere die Entscheidung deines*r Partners*in

„Das kann nicht sein!“ Unglaube ist häufig die erste Reaktion nach einer plötzlichen Trennung. Man möchte es nicht wahrhaben und versucht alles, um den*die Partner*in vielleicht doch wieder zurückzugewinnen. Unser Rat: Widerstehe der Versuchung, ihm*ihr hinterherzulaufen und um die Rückkehr zu betteln. Er*sie hat sich ganz sicher schon länger mit dem Gedanken an Trennung beschäftigt, selbst wenn du vielleicht nichts davon mitbekommen hast. Auch wenn du es nicht verstehst und am liebsten alles anders haben möchtest: Akzeptiere zunächst einmal die Tatsachen: Dein*e Partner*in hat sich getrennt. Auf Abstand zu gehen ist jetzt wichtig.

2. Triff keine vorschnellen Entscheidungen

Umziehen, die Dinge des*der Partners*in verbrennen, sich in eine neue Beziehung stürzen, einfach abhauen … Wahrscheinlich ertappst du dich bei solchen Ideen und Plänen. Sei dir aber im Klaren darüber, dass du in einer Ausnahmesituation bist, in der du besser keine weitreichenden Entscheidungen treffen solltest.

3. Lass Emotionen zu

Eine plötzliche Trennung geht mit vielen, teils sehr starken Gefühlen einher: Trauer, Schmerz, Wut, Angst, Selbstzweifel, Hass, vielleicht auch Erleichterung und andere Emotionen können sich in wilder Folge abwechseln. All diese Gefühle sind in Ordnung und normal. Lass sie zu und erlaube dir, sie auszuleben. Sie drängen sich sonst später wieder nach oben.

4. Sprich mit Vertrauten

Reden, reden, reden, das hilft in einer Trennungssituation am meisten. Allerdings ist dein*e Partner*in der*die schlechteste Ansprechpartner*in, auch wenn er*sie bisher dein*e engste*r Vertraute*r war. Wende dich stattdessen an Freunde und Familie, sie sind jetzt deine wichtigste Stütze.

5. Lenke dich ab

Die Gefahr, in der Trauer zu versinken, ist groß. Ablenkung kann dann sehr hilfreich sein. Wenn es dir gut tut, stürze dich in die Arbeit. Vielleicht ist es aber auch besser, für ein paar Tage die Umgebung zu wechseln. Fahr spontan in einen Kurzurlaub oder schlüpfe bei Freunden unter. Auch Sport ist sehr hilfreich, um dich abzulenken und gleichzeitig Spannung abzubauen. Powere dich ruhig so richtig aus!

6. Überwinde Rachegedanken

Dein*e Partner*in hat dir furchtbaren Schmerz angetan, den du am liebsten zurückgeben würdest? Der Wunsch nach Rache ist verständlich. Die Gefahr ist allerdings sehr groß, dass du bösartige Aktionen hinterher bereust. Gegen Rachefantasien ist nichts einzuwenden, wenn sie dir im Moment gut tun. Aber du solltest sie nicht in die Tat umsetzen.

7. Konzentriere dich auf dich selbst

Wahrscheinlich werden deine Gedanken und Gefühle in der nächsten Zeit immer wieder zu deinem*r Partner*in wandern. Was tut er*sie gerade? Hat er*sie eine*n andere*n? Wenn du das bemerkst, solltest du wieder zurück zu dir selbst kommen. Nach ihm*ihr zu fragen, hilft dir nicht weiter. Stattdessen geht es darum, wie es dir bald wieder besser geht.

8. Finde einen Umgang mit deinen Fragen

„Wie konnte es nur so weit kommen?“ Fragen nach dem Warum sind bei einer plötzlichen Trennung besonders quälend. Wahrscheinlich fragst du dich ständig, was du falsch gemacht hast und ob du die Anzeichen hättest sehen müssen. Diese Fragen sind ganz normal und brauchen ihren Raum. Aber sie bringen dich nicht viel weiter. Sprich sie ruhig immer wieder mit Freund*innen durch. Aber lass nicht zu, dass die ungelösten Fragen überhandnehmen. Endgültige Antworten wirst du wahrscheinlich nicht bekommen.

9. Behalte Kinder im Blick

Wenn du Kinder hast, solltest du bei allem Schmerz auch sie im Blick behalten. Sie leiden unter der Trennung genauso stark wie du. Auch ihr Leben wurde völlig auf den Kopf gestellt. Wenn du dich selbst nicht in der Lage fühlst, dich ausreichend um ihre Bedürfnisse zu kümmern, dann sorge dafür, dass andere Erwachsene diese Aufgabe übernehmen. Gerade Kinder können aber auch ein guter Ansporn sein, möglichst schnell wieder aus dem Schmerz herauszukommen.

10. Tu dir Gutes

Gönne dir eine Massage, entspanne in der Sauna oder in der Badewanne, lies ein spannendes Buch, unternimm lange Spaziergänge, gehe mal wieder zum Yoga … Was immer dir gut tut, ist jetzt richtig. Sorge dafür, dass du bei all dem Schmerz auch Schönes, Angenehmes erlebst.

11. Wie soll es weitergehen?

Diese Frage solltest du dir erst nach einer Weile stellen. Zu Beginn ist der Wunsch, dein*e Partner*in zurückzubekommen, wahrscheinlich übermächtig. Mit Abstand und wenn die stärksten Gefühle abgeflaut sind, kannst du besser überblicken, wie es für dich weitergehen soll. Welche Veränderungen ergeben sich durch die Trennung für dich? Und wie kannst du dich in deinem neuen Leben am besten einrichten?

12. Suche dir Hilfe

Hilfe von einem*r Coach oder einem*r Psychotherapeuten*in solltest du dir suchen, wenn die Trennung dich über lange Zeit hinweg stark belastet oder du gar nicht mehr weißt, wie es weitergehen soll. Der unvoreingenommene Blick von außen kann sehr hilfreich sein, um Klarheit über deine Situation zu bekommen.