Trennung und Scheidung

Trennung und Scheidung: Tipps, um das Aus aufzuhalten oder zu überstehen

Für viele Menschen bricht nach einer Trennung die Welt zusammen. Die Gefühle sind auf den Kopf gestellt, zwischen Enttäuschung und Wut gegenüber dem Partner mischen sich nicht selten Angst vor dem Alleinsein und Selbstvorwürfe. 3 Tipps, um eine Beziehung, die auf der Kippe steht, doch noch zu retten und 3 Tipps, wie man eine Trennung übersteht, wenn sie sich nicht vermeiden lässt.

Eine Beziehung retten: 3 Tipps zur Vorbeugung einer Trennung

Nicht alle Beziehungen sind für die Ewigkeit gemacht. Die durchschnittliche Dauer einer Ehe betrug bei einer Scheidung im Jahr 2016 laut Statistik gerade einmal sechs Jahre. Wann und ob es zu einer Trennung kommt, haben jedoch immer beide Partner in der Hand. Das Erlernen von Fähigkeiten wie Kompromissbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit kann eine Beziehung retten. Auch die Unterstützung durch einen Therapeuten und unbeteiligten Dritten kann in vielen Fällen eine Lösung sein und zumindest helfen, das größte Chaos zu lichten.

Eine Trennung kommt selten aus dem Nichts. Meist hat es im Vorfeld Anzeichen oder sogar Konflikte gegeben, welche die Beziehung erschüttert haben. Die folgenden Tipps helfen, Problemen in der Partnerschaft vorzubeugen und Konflikte richtig anzusprechen.

1. Miteinander reden

Auch wenn es abgedroschen klingt: Reden ist der wohl wichtigste Faktor für das Gelingen einer harmonischen Beziehung. Geredet werden darf aber nicht nur in Konfliktsituationen. Reden muss im Gegenteil zur täglichen Routine einer Beziehung gehören. Frage deinen Partner, wie sein Tag war und was ihn aktuell am meisten beschäftigt. Erzähle auch von dir und was dich beschäftigt. Ganz wichtig: Niemand kann riechen, wenn es einem anderen gerade schlecht geht oder ihm etwas auf dem Herzen liegt. Versuche negative Gefühle nicht mit dir alleine auszumachen, sondern wende dich auch vertrauensvoll an deinen Partner.

2. Mit Vorwürfen sparsam sein

Niemand bekommt gerne unangenehme Dinge an den Kopf geworfen. Sätze wie „Nie hörst du mir zu“ oder „Du interessierst dich überhaupt nicht für mich“ tun nicht nur weh – sie sind auch selten wirklich zutreffend. Es ist normal und gesund, wenn ein Partner neben der Beziehung eigene Hobbys und Interessen hat. Wer sich dennoch ungerecht behandelt fühlt, erreicht am meisten mit dem Übermitteln sogenannter Ich-Botschaften. Statt also zu sagen „Nie hörst du mir zu“ würde der gleiche Satz in einer Ich-Botschaft verpackt etwa lauten „Ich fühle mich nicht richtig wahrgenommen von dir“. Diese Art der Kommunikation schützt vor Verletzungen, die wir (ohne es zu wollen) einem Partner in Konfliktsituationen zufügen können.

3. Eheberatung oder Paarberatung

Es kann Situationen geben, in denen ein normales Gespräch mit dem Partner kaum mehr möglich ist. Das ist vor allem der Fall, wenn starke Gefühle involviert sind, beispielsweise nach einem Seitensprung. Der Gedanke an eine mögliche Trennung kann Gefühle auslösen, die alleine zu bewältigen schwerfällt. Trennung oder doch zusammen bleiben? Gerade wenn Kinder involviert sind ist eine Antwort gar nicht so leicht. Ein Therapeut bietet in solchen Krisensituationen Unterstützung. Er hilft den Blick zurück auf die wesentlichen Fragen zu lenken, ist im Falle einer Trennung ein vertrauensvoller Ansprechpartner, oder hilft dem Paar durch das Aufzeigen und Lösen alter Konfliktmuster dabei, es noch einmal miteinander zu versuchen.

Eine Trennung überstehen: 3 Tipps für Verlassene

Eine Trennung kann jeden treffen. Wer nach einer langfristigen Beziehung plötzlich wieder auf sich allein gestellt ist, muss nicht nur den Liebeskummer verarbeiten, sondern auch zurück in den Alltag finden – ohne den Partner. Die folgenden Tipps helfen, sich nach einer Trennung wieder mehr auf sich selbst zu konzentrieren und das Gefühl des Verlusts besser zu verarbeiten.

1. Entrümpel deine Wohnung und entferne alles, was dich an die gemeinsame Zeit erinnern könnte

Auch wenn es schwer fällt: Für dein Wohlbefinden ist es wichtig, dass du Fotos von euch, Aufnahmen aus dem gemeinsamen Urlaub und Geschenke aus deiner Wohnung verbannst. Wenn es dir schwerfällt diese Dinge zu entsorgen, kannst du sie zunächst in Kartons packen und in den Keller oder auf den Dachboden bringen. Hauptsache ist, du bekommst sie erst einmal aus den Augen.

Und wo wir schon einmal beim Thema Wohnung sind: Man sagt, die eigene Wohnung sei auch ein Spiegel der Seele. Wann hast du das letzte Mal deine Möbel umgestellt? Wie wäre es mit einer neuen Wandfarbe im Wohnzimmer oder einem neuen Teppich im Flur? Aufräumen und Umdekorieren sind Tätigkeiten, die dich aktiv halten und dir helfen, deine Seele wieder etwas mehr ins Gleichgewicht zu bringen. Die äußerliche Veränderung kann dir helfen, besser mit der neuen Situation umzugehen.

2. Plane deine Wochenenden und Feiertage

Es ist nicht unüblich, wenn du nach einer Trennung erst einmal das Bedürfnis verspürst, dich von der Welt und den Menschen zurückzuziehen. Selbstmitleid ist in der ersten Phase der Trennung absolut erlaubt. Verbiete dir deine Gefühle nicht, versuche aber gleichzeitig den Blick für die Zukunft offenzuhalten.

Um nicht in der Traurigkeit zu versinken, hilft es, dir Gedanken darum machen, wie du deine Freizeit verbringen willst. In Wochenenden und Feiertage solltest du nicht planlos starten. Nehme dir am Wochenende mindestens eine Aktivität vor, die du zusammen mit anderen machen kannst. Ob das ein Besuch im Museum ist oder eine Party: Wichtig ist, dass du nicht nur alleine bleibst.

3. Etwas tun, was du schon immer tun wolltest

Menschen sind sehr verschieden. Die wenigsten Beziehungen sind so harmonisch, dass beide Partner wirklich alles miteinander teilen. Wenn du einmal in dich gehst, findest du mit Sicherheit etwas, dass du aus Liebe zu deinem Partner nicht getan hast, weil es ihm oder ihr nicht gefallen hätte.

Ob es das Kleidungsstück ist, dass der Expartner nicht mochte, der Urlaub mit den besten Freunden, auf die der andere immer eifersüchtig war, oder vielleicht sogar der gemeinsame Umzug in eine andere Stadt, den er sich so gar nicht hatte vorstellen können: Dieses Etwas kannst du jetzt in die Tat umsetzen. 

Fazit: Eine Trennung ist immer belastend und geht an niemandem spurlos vorüber. Die oben genannten Tipps können nur eine kleine Hilfe sein, den Alltag nach einem solchen Erlebnis wieder etwas besser bewältigen zu können. Trauer und tiefen Schmerz können sie nur bedingt lindern. Darum sollte man sich auch nicht davor scheuen, im Falle einer Trennung oder Scheidung Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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