Stimmungsschwankungen beim Partner

Stimmungsschwankungen beim Partner: Was man tun kann und warum reden so wichtig ist

Wiederkehrende oder anhaltende Stimmungsschwankungen in der Beziehung können eine Partnerschaft auf eine harte Probe stellen. Doch auch in Beziehungen die schon länger andauern, kann die Kommunikation noch verbessert werden. Wenn beide Partner sich angenommen und verstanden vom jeweils anderen fühlen, können Stimmungsschwankungen gemeinsam bekämpft werden.

Für Stimmungsschwankungen kann es viele Gründe geben. Stress im Beruf und Konflikte in der Familie machen den meisten Menschen auf die eine oder andere Weise zu schaffen. Das ist normal und jeder Mensch wünscht sich in solchen Momenten Zuwendung vom Partner.

Wie aber geht man mit jemandem um, dessen Stimmungsschwankungen scheinbar aus dem Nichts zu kommen scheinen oder wenn bereits kleinste Anlässe ausreichend sind, um schlechte Stimmung auszulösen? Die wichtigste Regel lautet: Miteinander ins Gespräch kommen!

Stimmungsschwankungen: Er muss doch wissen, dass es mir schlecht geht!

Wohl jeder wünscht sich ohne Worte vom Partner verstanden zu werden. Das funktioniert in der Realität jedoch nicht immer und kein Mensch kann hellsehen. Gerade in frischen Beziehungen kennen wir den anderen noch nicht so genau und können beispielsweise nicht einschätzen, ob ihn oder sie eventuell auch Dinge aus der Vergangenheit belasten, welche die Stimmung immer mal wieder auf einen Tiefstand bringen.

Ist eine Beziehung hingegen bereits etwas in die Jahre gekommen, so kann es sein, dass wir vieles zu selbstverständlich nehmen. „Er muss doch wissen, dass es mir schlecht geht“, denken viele Menschen in Bezug auf ihre Partner. Wer diese Einstellung pflegt sorgt für Frust in der Beziehung.
Wenn wir hingegen in der Lage sind offen mit unserem Partner darüber zu sprechen was uns bewegt oder belastet, so ist das nicht nur gut für unsere Beziehung, sondern auch gut für die Gesundheit. Denn mit anderen über die eigenen Gefühle zu sprechen hat erwiesenermaßen einen therapeutischen Effekt!

Nicht immer müssen unausgesprochene Probleme die Ursache von Stimmungsschwankungen sein. Gerade in der dunklen Jahreszeit leiden viele Menschen an einer gedrückten Stimmung. Der Grund ist häufig ein Mangel des Hormons Vitamin D, welches der Körper, ausgelöst durch das Sonnenlicht, selbst produziert. Im Winter ist weniger Sonnenlicht vorhanden, der Vitamin-D-Spiegel sinkt und mit ihm das Befinden. Möglicherweise liegt auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse vor.

Hat dein Partner länger anhaltenden Stimmungsschwankungen die eure Beziehung belasten, solltet ihr über einen Besuch beim Hausarzt nachdenken!

Check beim Arzt: Was wird genau gemacht?

Eine Überprüfung des allgemeinen Gesundheitszustandes beginnt in der Regel mit der Analyse einer Blutprobe. Untersucht wird zum Beispiel das Vorhandensein einer Schilddrüsenerkrankung. Auch ein Mangel an Eisen oder Magnesium, Entzündungen im Körper oder ein zu niedriger Spiegel bestimmter Hormone können die Stimmungslage entscheidend beeinflussen.

Durch eine angepasste Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente lassen sich körperliche Ursachen in aller Regel schnell in den Griff bekommen. Man sollte darum nicht allzu lange zögern, zum Arzt zu gehen.

Stimmungsschwankungen: Abklären psychischer Auslöser

Die meisten Allgemeinmediziner sind heute im Umgang mit psychosomatischen Symptomen geschult. Das ist kein Wunder wenn man bedenkt, dass psychische Erkrankungen mittlerweile zu den häufigsten Gründen für Krankschreibungen zählen. Mit Depressionen, Burn-out und Co. ist darum nahezu jeder Hausarzt vertraut und viele sind in der Lage, eine solche Erkrankung zu erkennen.

Vermutet der Hausarzt psychische Hintergründe für Stimmungsschwankungen, wird er seinen Patienten trotzdem zur weiteren Abklärung an einen Facharzt (Neurologe, Psychiater) überweisen. Möglich ist auch, dass er den Beginn einer Psychotherapie empfiehlt.

Möglichkeiten zur Selbsthilfe bei Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen haben besonders leichtes Spiel mit uns, wenn uns ein Ausgleich zum Beruf fehlt. Wer jedoch neben dem Job ein regelmäßiges Hobby pflegt, lebt in der Regel ausgeglichener. Leidet der Partner an Stimmungsschwankungen, so sind solche Aktivitäten besonders gut geeignet, die man gemeinsam unternehmen kann. Was genau das sein kann, kommt auf eure Interessen an: Die einen singen gerne mit anderen im Chor, die anderen lieben es, gemeinsam zu fotografieren und wieder andere lieben regelmäßige Spieleabende mit Freunden.

Manchmal kann auch eine unvorteilhafte Ernährung mit viel Fastfood und wenig Obst und Gemüse buchstäblich schlechte Laune bereiten. Spätestens wenn hierdurch ein Mangel entstanden ist, gilt es die Ernährung grundlegend zu überprüfen. Hierfür kann der Hausarzt erste Tipps geben. Später sind gemeinsame Kochabende eine tolle Möglichkeit, um gemeinsam Gesundes zu genießen und mehr miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ausreichend Bewegung gilt als Erste-Hilfe-Maßnahmen bei schlechter Stimmung und kann bei manchen Menschen wahre Wunder wirken. Wer jedoch an hartnäckigen Stimmungstiefs leidet, dem kann es mitunter mehr als schwer fallen, sich zu regelmäßigen sportlichen Aktivitäten aufzuraffen. Spätestens wenn sich der Partner zu gar nichts mehr motivieren lässt, wird es Zeit über psychotherapeutische Unterstützung nachzudenken.

Hilfe zur Selbsthilfe: Psychotherapeutische Begleitung

Wenn der Hausarzt keinerlei Anhaltspunkte für eine körperliche Erkrankung finden konnte, so ist dies ein Anzeichen dafür, dass Stimmungsschwankungen psychisch bedingt sind.

Auf keinen Fall sollte daraus der Schluss gezogen werden, dass die Beschwerden dann gar nicht so schlimm sind! Hinter ständigen Grübeleien, Sorgen um die Zukunft und Antriebsschwäche können sich ernsthafte psychische Erkrankung wie Burn-out oder Depressionen verbergen. Bleiben die Symptome unbehandelt, ist ein chronischer Verlauf möglich. Wer jedoch rechtzeitig professionelle Unterstützung annimmt hat gute Chancen, bald aus dem Tief herauszufinden.

Schon allein die Vorstellung für eine bestimmte Zeit einen regelmäßigen Ansprechpartner für Probleme und Sorgen zu haben, kann Spannungen in der Beziehung vermindern!

Falls dein Partner Zweifel hat, solltest du ihn ermutigen: Sich Hilfe vom Fachmann zu suchen bedeutet kein Eingeständnis von Schwäche. Ganz im Gegenteil, denn Psychotherapie ist vor allem Hilfe zur Selbsthilfe. Sie in Anspruch zu nehmen ist ein Zeichen dafür, dass man in der Lage ist, gut für sich selbst zu sorgen.