Selbstbewusstsein von Kindern stärken

5 Tipps für Eltern: Das Selbstbewusstsein bei Kindern stärken

Was kann ich und wofür werde ich von anderen gemocht? Kennt ein Kind auf solche Fragen keine Antworten, leidet sein Selbstwertgefühl und es besteht die Gefahr, dass es negative Erfahrungen in der Schule macht. 5 Tipps für Eltern, um Kindern zu einem gesunden Selbstbewusstsein zu helfen und welche Fehler man in der Erziehung unbedingt vermeiden sollte.

Unser Selbstkonzept entscheidet darüber, wie selbstbewusst wir sind

Jedes Kind wünscht sich, (von seinen Freunden und Schulkameraden) wertgeschätzt und gemocht zu werden. Doch Kinder können auch grausam sein: Wem es an Selbstwert mangelt, wird leichter zum Ziel von Mobbing.

Als Eltern haben wir mit der Erziehung einen entscheidenden Einfluss auf das Selbstwertgefühl unserer Kinder. Um Kinder zu Selbstbewusstsein zu erziehen hilft es, wenn wir ihnen im Alltag ernst gemeintes Lob und echtes Interesse entgegenbringen. Wenn Kinder diese Form von Rückhalt spüren, können sie gleichzeitig auch besser mit Misserfolgen in der Schule oder zum Beispiel im Sportverein umgehen. Wie Kinder (und übrigens auch Erwachsene) mit Erfolgen und Misserfolgen umgehen, hat viel mit ihrem Selbstkonzept zu tun, das positiver oder negativer ausgeprägt sein kann.

Kinder mit einem überwiegend positiven Selbstkonzept verfügen über ein gesundes Selbstvertrauen. Misserfolge, wie etwa eine vergeigte Mathearbeit, schreibt solch ein Kind am ehesten seiner Tagesform zu, nach dem Motto:Beim nächsten Mal werde ich es schon besser machen! Ein Kind mit einem überwiegend negativen Selbstkonzept würde hingegen in der gleichen Situation an sich selbst verzweifeln und schädigende Gefühle und Gedanken gegenüber sich selbst entwickeln: Immer mache ich alles falsch!

Selbstbewusstsein stärken und ein positives Selbstkonzept bei Kindern fördern: Mit diesen 5 Tipps!

1. Talente erkennen – und fördern

Talent ist nicht alles und erst die Übung macht den Meister. Dein Kind hat Talent zum Singen oder Musizieren und zudem Spaß daran? Schlage ihm die Teilnahme am Schulchor vor oder ermutigen es, ein Instrument zu erlernen und sich einer Band anzuschließen. Dein Kind zeigt Talent zum Malen und Gestalten? Viele Schulen bieten Arbeitsgemeinschaften an, in denen künstlerische Fähigkeiten gefördert werden. Möglich ist natürlich auch eine außerschulische Förderung, beispielsweise in einem Verein. Das gilt insbesondere auch für Sportarten.

Möglicherweise kann auch der Klassenlehrer beim Erkennen der Talente eines Kindes weiterhelfen: Pädagogen sind besonders geschult darin, Stärken und Schwächen von Kindern zu erkennen, haben oft Kontakte zu Vereinen und anderen Freizeiteinrichtungen und können so gezielt Tipps für Fördermöglichkeiten geben.

Mache bei der Entdeckung der Talente deines Kindes nicht den Fehler, es unbewusst in eine bestimmte Richtung zu drängen: Nicht alle Jungs sind Fußballfans und nicht jedes Mädchen liebt den Umgang mit Pferden! Versuche stattdessen, dein Kind als eigenständige Person mit eigenen Vorstellungen wahrzunehmen. Zeige Interesse an seinen Neigungen und biete deine Unterstützung an, diese aktiv zu leben.

2. Loben und zeigen, dass man stolz ist

Wenn Kinder für ihr Verhalten gelobt werden, so hat das häufig einen direkten Einfluss auf die Entwicklung und das Selbstvertrauen. Wird Anstrengung ehrlich anerkannt, trauen sich Kinder auch mehr zu und sind eher geneigt, Lösungen für Probleme zu finden, statt bei Schwierigkeiten zu resignieren und zu sagen: Das schaffe ich doch sowieso nicht!

Möchtest du dein Kind richtig loben, dann beziehe dich nicht nur auf ein gutes Ergebnis. Würdige stattdessen die Arbeit und die Anstrengung, die hinter dem Ergebnis steckt. Vermeide auch pauschale Phrasen wie „Das hast du gut gemacht“. Versuche stattdessen möglichst anschaulich darzulegen, worauf genau du stolz bist. Zu häufiges Loben birgt die Gefahr, dass es nicht mehr ernst genommen wird. Ein Kind merkt, ob Lob ehrlich gemeint ist.

3. Ein offenes Ohr für Sorgen und Probleme haben

Wenn Eltern zuhören, hat das einen entscheidenden Einfluss auf das Selbstwertgefühl von Kindern. Aus Befragungen des Statistischen Bundesamtes geht jedoch hervor, dass Eltern sich immer weniger Zeit nehmen, um ihren Kindern wirklich zuzuhören.

Du kannst dein Kind stärken, wenn du ihm signalisierst, dass es sich mit seinen Sorgen und Problemen jederzeit an dich wenden kann. Solltest du einmal keine Zeit haben, erkläre deinem Kind nach Möglichkeit die Gründe. Verabrede dich auf jeden Fall für einen späteren Zeitpunkt und halte diesen unbedingt ein. Andernfalls läufst du Gefahr deinem Kind zu signalisieren, dass seine Sorgen und Nöte in Wahrheit gar nicht so wichtig sind.

4. Fehler machen ist in Ordnung

Das Leben ist nicht immer leicht und jeder macht mal Fehler. Für Kinder kann es schwerer als für Erwachsene sein, eine Niederlage zu verkraften. Mit der richtigen Zuwendung kannst du Fehlschläge für dein Kind jedoch ein wenig erträglicher machen.

Erinnerst du dich zum Beispiel noch an eigene Misserfolge als Kind? Wenn du ein wenig überlegst, fällt dir sicher eine Situation aus deiner Kindheit oder Jugend ein, die mit der aktuellen Lage deines Kindes vergleichbar wäre. Erzähle davon. Erinnere dein Kind zusätzlich an seine eigenen Erfolge aus der Vergangenheit. Auf diese Weise kannst du es schaffen, den aktuellen Misserfolg ein wenig zu relativieren.

Ein Misserfolg sollte dich jedoch niemals dazu verleiten, die Eigenständigkeit deines Kindes zu untergraben. Wenn es etwas nicht geschafft hat, helfe ihm nicht dadurch, dass du die Aufgabe für dein Kind löst. Im Gegenteil kannst du dadurch dein Kind erst Recht für die Zukunft entmutigen und seine Selbstwirksamkeit untergraben. Versuche stattdessen deinem Kind zu vermitteln, Fehler und Misserfolge als Chancen zu sehen, zu lernen. Nur wer Fehler macht kann Dinge beim nächsten Mal besser machen.

5. Abwertungen vermeiden!

Es gibt bestimmte Sätze und Verhaltensweisen, die das Selbstbewusstsein von Kindern massiv erschüttern können. Überlege darum genau, wie und ob du dein Kind (negativ) kritisierst. Gerade unbedacht getätigte Aussagen wie „Wie kann man nur so doof sein?“ oder „Stell‘ dich nicht immer so an!“ wirken sehr verletzend. Sie prägen sich unbewusst als negative Glaubenssätze ein und können dein Kind bis in das Erwachsenenalter beeinflussen. Auch Vergleiche mit Geschwistern, seien sie auch noch so gut gemeint, sollten vermieden werden. Der ständige Vergleich mit einem vermeintlich „besseren“ Geschwister sorgt für Zwietracht unter den Kindern und kann deren Beziehung zueinander langfristig zerstören.

Du bist unsicher, wie du dein Kind besser unterstützen kannst und wünschst dir Hilfestellung beim Thema Erziehung? Wir beraten dich gerne.

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