Flow

Den Flow Zustand trainieren: Wie wir ihn fördern können, was ihn hemmt

Jeder will heute im Flow sein, doch was bedeutet es eigentlich, im Flow zu sein? „Flow (englisch „Fließen, Rinnen, Strömen“) bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit, die wie von selbst vor sich geht“, verrät Wikipedia. Das klingt doch vielversprechend, oder? Das Gute ist: Jeder kann den Flow Zustand trainieren, denn er liegt uns Menschen von Natur aus in den Genen.

Bestimmt hast du den Flow Zustand selbst schon einmal erlebt, als du Kind warst. Wenn Kinder spielen, vergessen sie manchmal alles um sich herum. Ob die Mutter ruft, sie sich schmutzig machen oder sie eigentlich gerade hungrig sind, blenden Kinder vollkommen aus, wenn sie im Flow sind (gilt auch für Erwachsene!). Ist er da, existieren weder Angst noch Langeweile.

Der Entdecker des Flow, der Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi hat den Zustand zuerst in den 1970er Jahren bei Chirurgen und Extremsportlern beobachtet. Seine These: Erst im Spannungsfeld zwischen Überforderung und Unterforderung werden wir als Erwachsene zu Höchstleistungen fähig. Um in den Flow zu kommen, muss sich aber zuerst ein Gefühl von Mühelosigkeit ausbreiten können. So genannte Flow Persönlichkeiten gibt es in allen möglichen Bereichen. Besonders oft sind sie in künstlerischen Berufen zu finden, sie kommen aber auch in der Wissenschaft und im Handwerk vor. Man erkennt sie an ihrem ausgeprägten, kreativen Potenzial und ihrem unbändigen Tatendrang.

3 Tipps um in den Flow zu finden und darin zu bleiben

Die wohl wichtigste Frage ist: Wie kommt man denn nun selbst in den Flow oder wird sogar zu einer Flow Persönlichkeit?

Das Erleben des Flow und wie man in ihn hineinkommt, ist nicht bei allen Menschen gleich. Bestimmte Techniken aber können zumindest den Zugang zu diesem erhabenen Zustand erleichtern. Wer das schafft, wird übrigens vom eigenen Körper zusätzlich mit einer intensiven Ausschüttung von Glückshormonen belohnt.

1. Fokussierung auf dein Thema: Tue das, was du gerne tust!

Es ist illusorisch zu erwarten, dass das, was wir täglich tun, uns immer zu 100 Prozent erfüllt und Spaß macht. Gerade im Job werden wir auch mit Aufgaben konfrontiert, auf die wir überhaupt keine Lust haben. Fakt ist aber auch: Überwiegen ganz eindeutig die negativen Aspekte bei dem was du tust, wirst du damit eher nicht in den Flow kommen.

Kennst du hingegen in deinem Job auch solche Momente, in denen du vollkommen selbstvergessen bei der Sache sein kannst, so hast du vermutlich die erste gute Voraussetzung für den Flow gefunden – oder bist vielleicht schon längst darin.

Ist das nicht der Fall, kannst du dich zum Beispiel bewusst einmal fragen, was du als Kind gerne gemacht hast. Es ist gut möglich, dass du einen Anknüpfungspunkt für eine berufliche Veränderung findest. Veränderungen machen aber auch Angst und es kann sein, dass du dich überfordert fühlst. In solch einer Situation hast du die Möglichkeit, dich von einem spezialisierten Coach oder Therapeuten auf deinem Weg begleiten zu lassen.

2. Konzentration trainieren: Voraussetzungen schaffen

In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist! So abgedroschen diese Phrase auch klingen mag: Um konzentriert im Flow sein zu können, müssen wir zuerst unseren Körper mit allem Notwendigen ausreichend versorgen. Dazu zählt:

  • Gesunder Schlaf: Wie viel Schlaf jemand tatsächlich benötigt, ist bei jedem Menschen individuell verschieden. Ein guter Richtwert ist eine Schlafdauer von 4-8 Stunden. Im Schlaf werden belastende Dinge aus dem Alltag verarbeitet. Manche sagen sogar, es fände eine Art Gehirnwäsche statt.
  • Wasser trinken: Gleich nach dem Aufstehen etwa einen halben Liter Wasser zu trinken bringt den Körper in Schwung! Der Mensch besteht zu mehr als 60 Prozent aus Wasser und während wir schlafen verliert unser Körper eine Menge Flüssigkeit. Um tagsüber ausreichend konzentriert zu sein, sollten wir die verlorene Flüssigkeit möglichst schnell ersetzen.
  • Störende Umwelteinflüsse minimieren: Für eine gute Konzentration ist ausreichend Ruhe unverzichtbar. Wenn wir gerade intensiv an etwas arbeiten, sollten wir im Vorfeld dafür sorgen, dass wir nicht mehr als unbedingt nötig gestört werden können. Das Smartphone sollte beim konzentrierten Arbeiten nicht in unmittelbarer Griffweite liegen, um ungewollte Ablenkung zu vermeiden. Ruhige Musik kann dabei helfen, störende Geräusche von Außen besser auszublenden.

Wenn deine Gedanken trotzdem immer wieder ungewollt abschweifen, sind Konzentrationsübungen eine gute Methode, um wieder fokussierter zu werden. Im Spiel, so sagt der Glücksforscher Csíkszentmihályi, erreichen wir einen Zustand des glücklichen Unendlichkeitsgefühls – eine gute Voraussetzung, um in den Flow zu finden!

3. Aufmerksamkeit lenken: Grübeleien stoppen

Grübeleien sind der schlimmste Feind! In den Flow kommen wir nur, wenn wir es schaffen, ein Gefühl von Leichtigkeit herzustellen. Die folgenden beiden Methoden können störende Grübeleien stoppen:

  • Die „Stopp“-Methode: Diese Technik wird häufig in der Verhaltenstherapie erlernt, sie kann aber auch ganz ohne Therapeuten eingesetzt werden. Um störende Gedanken und Grübeleien anzuhalten, ruft man laut „STOP!“ und klatscht dabei einmal kräftig in die Hände. Probiere es ruhig mehrmals aus, denn diese Technik wirkt am besten, wenn sie regelmäßig angewendet wird.
  • Belastendes von der Seele schreiben: Um negative Gedanken los zu werden ist es hilfreich, sich diese in einem ruhigen Moment ganz bewusst aufzuschreiben. Handelt es sich um Dinge, für die eine Lösung gefunden werden muss, kann man mit dem Aufschreiben gleichzeitig die Absicht verbinden, sich später der Thematik erneut zu widmen – beispielsweise dann, wenn die eigentliche Arbeit erledigt ist.

Verhaltensweisen, die den Flow verhindern können

  • Überforderung: Der größte Killer für den Flow ist das Gefühl, ständig überfordert zu sein. Um entstehen zu können, benötigt der Flow Leichtigkeit. Wer das Gefühl hat von täglichen Anforderungen permanent überrollt zu werden, findet nicht in den Flow.
  • Alkohol: „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren“ heißt es. Wer jedoch regelmäßig Alkohol trinkt, schadet seinem inneren Flow. Beim Abbau des Alkohols gehen unserem Körper wichtige Mineralien wie Natrium, Magnesium, Kalzium und Kalium verloren. Der Wasserhaushalt wird gestört und der Verlust von Elektrolyten legt die Nervenzellen im zentralen Nervensystem lahm.
  • Zu wenig Bewegung: Bewegungsmangel wirkt sich immer auf die eine oder andere Weise negativ auf die Psyche aus. Wer hingegen regelmäßig Sport treibt ermuntert den Körper dazu, Endorphine auszuschütten. Glückshormone sind jedoch ein fantastischer Nährboden!
  • Falsche Ernährung: Manche Flow-Persönlichkeiten schwören auf bestimmte Diäten, wie etwa Low Carb oder die so genannte ketogene Ernährung. Bei beiden geht es darum, möglichst wenig Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Die Anhänger dieser Ernährungsweisen sagen, dass bei konsequenter Anwendung im Körper ein permanenter Glückszustand erzeugt werde. Für den Flow ist jedoch kein strikter Diätplan wichtig, sondern ein gutes Körpergefühl. Eine ausgewogene Ernährung mit möglichst wenig unverarbeiteten Lebensmitteln, viel Obst und Gemüse und wenig tierischem Fett kann hier schon Unterstützung bringen.