Umgang mit Fehlern

Aus Fehlern lernen – So gehst du konstruktiv mit Fehlschlägen um

Fehler macht niemand gerne. Am liebsten würden wir immer alles richtig machen, aber das ist natürlich nicht möglich. Wer etwas tut, macht auch Fehler. (Und auch Nichtstun kann ein Fehler sein.) Das Leben verläuft nicht ohne Rückschläge und Enttäuschungen. Die Frage ist nur: Wie gehst du damit um? Sie können eine echte Chance sein, wenn du sie dir genauer anschaust, statt die Augen zu verschließen.

Fehleranalyse: So wird der Fehlschlag zur Chance

Ein Fehler ist passiert … Würdest du jetzt am liebsten die Augen zu machen und die Folgen so weit wie möglich vertuschen? Lass es! Wenn dein Fehler zur Chance werden soll, musst du ihn dir ganz genau anschauen. Nimm dir Zeit und überdenke jedes Detail der Situation:

  • Wie konnte das passieren?
  • An welcher Stelle habe ich die Weichen falsch gestellt?
  • Wie hätte es laufen können, wenn ich an dieser Stelle anders gehandelt hätte?
  • Welche Alternativen hätte ich gehabt?
  • Welche Probleme hätte ich vorherahnen können?
  • Warum habe ich trotzdem so gehandelt?
  • Wie hätte ich es verhindern können?
  • Was kann ich tun, um in Zukunft ähnliche Fehler zu vermeiden?

Voraussetzung für eine solche Analyse ist, dass du die Verantwortung für deine Fehler übernimmst. Solange du anderen Menschen oder den Umständen die Schuld dafür gibst, bleibst du machtlos. Akzeptiere deinen eigenen Anteil an dem Problem, denn diesen kannst du ändern.

Fehler in Zukunft vorausdenken

Wenn du deinen Fehlschlag analysiert hast, wird er dir wahrscheinlich nicht mehr so schnell passieren. Allerdings sind die Möglichkeiten für Fehler unbegrenzt. Einen Teil von ihnen vermeidest du, wenn du versuchst, mögliche Fehler vorauszudenken. Überlege dir bei der Planung deiner nächsten Schritte: Wo könnte es schiefgehen und wie kann ich dann damit umgehen? Beziehe diese Sichtweise in deine Überlegungen mit ein, aber lass dich von ihnen nicht blockieren: Ohne Risiko gibt es keine Erfolge, egal in welchem Lebensbereich.

Schluss mit dem Grübeln – Fehler gehören nun mal dazu!

Mit der Fehleranalyse hast du die besten Voraussetzungen geschaffen, um aus deinem Fehler zu lernen. Jetzt heißt es: einen Schlussstrich unter das Thema ziehen. Endloses Grübeln bringt dich nicht weiter, und Schuldgefühle schon gar nicht. Fehler passieren nun mal, was soll’s? Beim nächsten Mal machst du es besser!

Übrigens: Wenn du auf Dauer in Schuldgefühlen gefangen bist und mit den Fehlern der Vergangenheit keinen Frieden schließen kannst, könnte eine Psychotherapie für dich sinnvoll sein.

An einer besseren Fehlerkultur mitarbeiten:

Eine gute Fehlerkultur bedeutet: Man sieht es als normal an, dass nicht immer alles glatt geht, und unterstützt sich gegenseitig beim Ausbügeln der Fehler. Die Realität sieht leider oft anders aus: Wir werden für Misserfolge und Fehler bestraft, sei es durch direkte Konsequenzen oder durch Missachtung. Deshalb versuchen die meisten Menschen, Fehler um jeden Preis zu vermeiden oder zumindest zu vertuschen. Das hat gewaltige Nachteile:

  • Wer keine Fehler machen will, geht keine Risiken ein und kommt deshalb auch nicht vorwärts.
  • Wer die Augen vor den eigenen Fehlern verschließt, kann nicht aus ihnen lernen und macht ähnliche Fehler immer wieder.
  • Vertuschte Fehler können große Konsequenzen nach sich ziehen, viel Geld kosten oder Gefahren für andere mit sich bringen.
  • Eine schlechte Fehlerkultur schadet dem Miteinander und lässt uns ängstlich und misstrauisch werden.

Jede*r kann mitarbeiten, dass sich die Fehlerkultur in ihrer*seiner Umgebung verbessert. Dazu gehört die Art und Weise, wie du mit den Fehlern anderer umgehst. Kritisierst du sie dafür, machst du ihnen Vorwürfe oder Schuldgefühle? Oder gehst du gelassen damit um und hilfst bei der Fehleranalyse? Hier gibt es ein großes Lernfeld.

Enttäuschungen: Tipps für den Umgang mit Fehlschlägen

Manche Missgeschicke ziehen keine nennenswerten Konsequenzen nach sich, andere führen zu großen Enttäuschungen. Wenn etwas nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hat, ist das erst einmal schwer zu verkraften. So gehst du gut mit Enttäuschungen um:

  • Mache dir den Sinn des Wortes klar: Bei einer Ent-Täuschung verschwindet eine Täuschung, also ein Trugbild. Anders ausgedrückt: Nach einer Enttäuschung kannst du die Wahrheit besser erkennen, und das ist etwas Positives.
  • Akzeptiere, dass Enttäuschungen zum Leben gehören: Ab und zu ist jeder enttäuscht. Das lässt sich einfach nicht vermeiden. Wer diese Tatsache akzeptiert hat, kann mit Fehlschlägen besser umgehen.
  • Lass deine Gefühle zu: Du bist traurig, zornig, verzweifelt und das ist völlig in Ordnung. Gib deinen Emotionen Raum, indem du darüber sprichst oder Tagebuch führst.
  • Überdenke deine Erwartungen: Enttäuschung hat immer mit Erwartungen zu tun. Man hat sich etwas vorgestellt und es kam anders. Das bedeutet nicht, dass du in Zukunft keine Erwartungen mehr ans Leben haben sollst. Aber es kann sich lohnen, dir genauer anzuschauen, was du erwartest. Verlangst du von dir Fehlerlosigkeit? Dann wirst du in Zukunft immer wieder enttäuscht werden.

Übrigens: Wenn man die Buchstaben im Wort „FEHLER“ umstellt, kommt „HELFER“ dabei heraus. Eine schöne Botschaft, oder?