Flugangst ablegen

Ready for Take-off?! Ohne Angst vor dem Fliegen in den Urlaub starten

Übelkeit, Herzklopfen, Angstgefühle: So sieht für Menschen mit Flugangst der Start in den Urlaub aus. Je nachdem, wie ausgeprägt die Angst vor dem Fliegen ist, kann sie die Vorfreude auf die Ferien gründlich vermiesen. Die gute Nachricht? Betroffenen kann mit einer individuellen Verhaltenstherapie in der Regel schnell geholfen werden.

Leichte Flugangst ist ein recht weit verbreitetes Phänomen. Doch nur ein Teil der Menschen, die schwerer betroffen sind, wendet sich mit den Ängsten gezielt an einen Arzt oder Therapeuten. Experten schätzen, dass der weit größere Teil die Flugangst mit Alkohol oder anderen Beruhigungsmitteln dämpft.

Wer vor einem Flug nervös oder angespannt ist, ist in guter Gesellschaft: Eine Umfrage des Allensbach-Institutes konnte zeigen, dass rund die Hälfte der Fluggäste mindestens ein leichtes Unbehagen beim Fliegen empfindet. Nur 45 Prozent der Frauen und 58 Prozent der Männer gaben an, überhaupt keine Angst vor dem Fliegen zu haben.

Symptome der Flugangst

Ausgeprägte Angst vor dem Fliegen wird in der Fachsprache auch als Aviophobie bezeichnet. Symptome einer Aviophobie erscheinen selten erst beim Betreten eines Flugzeugs. Häufiger treten Angstgefühle bereits beim Buchen des Fluges oder bei den Reisevorbereitungen auf. Manche Menschen empfinden auch im Zusammenhang mit Flugzeugen grundsätzlich Angst, beispielsweise wenn sie ein Flugzeug am Himmel beobachten oder eines in einem Film oder Videospiel sehen.

Die Symptome der Flugangst sind sehr vielfältig und können in verschiedenen körperlichen und psychischen Kombinationen auftreten. Neben Übelkeit macht sich die Flugangst etwa bemerkbar durch innere Unruhe, Herzrasen, feuchte Hände, Schwindelgefühle und starken Angstgefühlen bis hin zu Panikattacken. Manche Betroffene erleben ihre Angst vor dem Fliegen als regelrechte Todesangst. Für Menschen, die neben privaten Urlaubsflügen auch beruflich häufig fliegen müssen, ist Flugangst eine enorme Belastung.

Über die Ursachen von Flugangst: Häufig individuell

Psychotherapeuten gehen überwiegend davon aus, dass es sich bei der Angst vor dem Fliegen in erster Linie um die Angst vor einem Kontrollverlust handelt. Manche sind der Auffassung, dass Flugangst sich bereits in der Kindheit bildet und auch ein ängstlicher Erziehungsstil der Eltern eine Rolle spielen kann.

Die genauen Ursachen einer Aviophobie sind grundsätzlich individuell und manchmal schwer zu ergründen. Statt umfassender Ursachenforschung ist den meisten Betroffenen auch eher daran gelegen, ihre Angstsymptome zu reduzieren und endlich angstfrei in den Urlaub fliegen oder auf Geschäftsreise gehen zu können. Manche Menschen mit Flugangst schaffen es aus eigener Kraft, ihre Flugangst zu überwinden. Wer sich für eine psychotherapeutische Unterstützung entscheidet, kann oft gezielter an der Verminderung der Angstsymptome arbeiten.

Die Angst vor dem Fliegen scheint – sofern sie verdrängt oder mit Alkohol „behandelt“ wird – im zeitlichen Verlauf eher zu- als abzunehmen. Wer sich viele Jahre unter Angstgefühlen in den Flieger quält und dann negative Erfahrungen wie etwa starke Turbulenzen während eines Fluges erlebt, muss mit einer Verschlimmerung der Symptome rechnen.

Wie die Angst vor dem Fliegen behandelt werden kann

Alkohol oder auch Beruhigungsmittel sind für viele Menschen eine kurzfristige Lösung, um mit ihren Angstgefühlen während und vor einem bevorstehenden Flug besser umzugehen. Langfristig muss aus gesundheitlichen Gründen von dieser Lösung abgeraten werden. Es besteht die Möglichkeit, dass sich eine Angsterkrankung durch Alkoholmissbrauch eher noch verschlimmert, als bessert. Auch Beruhigungsmittel können einen gegenteiligen Effekt bewirken.

Als spezifische Angststörung  ist die Flugangst mit Hilfe einer Verhaltenstherapie schon in vergleichsweise wenigen psychotherapeutischen Sitzungen behandelbar. Wie lange die Therapie konkret dauert, ist individuell verschieden und abhängig davon, wie stark die Angst tatsächlich ausgeprägt ist. Erste Erfolge können sich jedoch bereits nach wenigen Sitzungen einstellen.

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Die Flugangst besiegen: So funktioniert die Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie arbeitet gezielt an einer Reduzierung der Symptome der Flugangst. In den ersten Sitzungen macht sich der Therapeut darum ein Bild von den Auslösebedingungen der Aviophobie seines Patienten und welche Symptome ihn besonders belasten.

In den nächsten Sitzungen geht es dann darum, den Patienten mit seinen Ängsten bewusst zu konfrontieren und diese, zusammen mit dem Therapeuten, auf „sicherem Terrain“ auch ein Stück weit erleben und zulassen zu können. Falls die Angst sehr groß ist, kann hierbei auch in sehr kleinen Schritten vorgegangen werden.

Vorstellbar ist zum Beispiel, dass der Patient sich ein Flugzeug zunächst nur anschaut, ohne gleich damit fliegen zu müssen. Erst wenn das gelingt, ist im weiteren Verlauf auch ein therapeutisch begleiteter Flug vorstellbar – in der Realität oder zunächst nur in einem Simulator. Durch diese Form der schrittweisen Konfrontation kann der Patient die Erfahrung machen, dass seine Angst in Bezug auf das Fliegen abnimmt und er durch die noch vorhandenen Symptome seiner Angst nicht zu Schaden kommt. Neben einer akuten Symptombehandlung durch Konfrontation und Desensibilisierung, bietet eine Verhaltenstherapie viele andere Möglichkeiten, um eine Flugangst in den Griff zu bekommen. Hierzu zählen unter anderem das Erlernen von Entspannungs- und Imaginationsübungen.

Das Flugzeug als sicherstes Verkehrsmittel der Welt

Tatsächlich gehört das Flugzeug statistisch betrachtet zu den sichersten Verkehrsmitteln der Welt. Die Zahl der Flugunfälle wird von Jahr zu Jahr geringer, wie das Hamburger Flugunfallbüro (Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre) ermittelt hat.

Durch Modernisierungen der Luftflotten werden die eingesetzten Flugzeuge technisch immer komplexer. Neben einer Therapie hilft es vielen Menschen mit Flugangst zusätzlich, sich über die Technik von modernen Passagierflugzeugen zu informieren. Viele Fluggesellschaften bieten darüber hinaus heutzutage Seminare an, in denen Laien technische Details von aktuellen Flugzeugmodellen vermittelt werden.

Wir unterstützen dich gerne dabei, deine Flugangst in den Griff zu bekommen. Damit die Angst vor dem Fliegen nicht länger mitreist, können verhaltenstherapeutische Sitzungen mit unseren Psychologischen Psychotherapeuten hilfreich sein. Wir beraten und kümmern uns um eine Terminvereinbarung.